Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

Kreiskrankenhaus Frankenberg Schmerztherapie

Chronische Schmerzen

Schmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsstörungen. Nur 9 % aller befragten Personen gaben an, im vergangenen Jahr keine Schmerzen gehabt zu haben. Während viele Menschen mit gelegentlichen Kopf- oder Rückenschmerzen gut zurechtkommen, liegt die Prävalenz für chronische Schmerzen in Deutschland bei besorgniserregenden 17%.

Schmerzen sind eigentlich eine sinnvolle Reaktion des Körpers, um den Patienten bei Entzündungen, Verletzungen, Überlastung und Gefährdung der verschiedenen Körpergewebe zu warnen. Sie verschwinden wieder, wenn die Ursache behoben wurde. Nicht immer gelingt es Patient und Behandler jedoch, die Ursache für den Schmerz zu lokalisieren. In einigen Fällen ist sie zwar bekannt, lässt sich aber nicht beheben, wie zum Beispiel nach Nervenverletzungen. Bei vielen dieser Patienten wird dann der Schmerz durch ein sogenanntes Schmerzgedächtnis selbst zur Krankheit.

Die Betroffenen tragen eine schwere Bürde. Die Schmerzen führen oft zu Vermeidungsverhalten, Fehlhaltungen oder starken Verkrampfungen, die wiederum selbst Schmerzen verursachen. Zusätzliche werden das Sozialleben und die Arbeitsfähigkeit stark beeinträchtigt. Für Mitmenschen ist der Zustand des Patienten schwer begreifbar, denn Schmerz kann man nicht messen und vor allem nicht sehen. Nicht selten führt das in eine soziale Isolation, Depressionen oder Angstzustände.

Trotz des immensen Leidensdrucks der Betroffenen und der Häufigkeit chronischer Schmerzen ist die Behandlung als eigenständiges Krankheitsbild ein Stiefkind unseres Gesundheitssystems. Dabei sind die Auswirkungen auch gesamtgesellschaftlich immens. So verursachen z.B. chronische Rückenschmerzen oder Migräne extrem viele Krankheitstage und Berentungen.

Im Südkreis des Landkreis Waldeck-Frankenberg gibt es bisher kein spezielles ambulantes oder stationäres Angebot für Schmerzpatienten. Das Kreiskrankenhaus hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Situation für Patienten in seinem Einzugsgebiet zu verbessern, ihnen weite Wege und lange Wartezeiten auf einen Termin zu ersparen.  Hier soll in naher Zukunft die multimodale Schmerztherapie angeboten werden.